Ätzverfahren für den Emailleur
Zusammenfassung eines Artikels über das ÄtzenUm den Artikel schnell lesbar zu machen, wurde er stark gekürzt. Bei Bedarf können Sie den ganzen Artikel kostenlos per E-Mail bei mir anfordern : massow@emailkunst.de
Grubenschmelz, Ätzradierung und Platinen für die Elektronik
Angeregt wurde dieser Artikel durch eine Abhandlung in "Glass on Metal" (GOM Volume 23, No.5, Dec. 2004, Seite 102-103) von Gail Nelson, die über ihre Erfahrungen mit den weiterentwickelten Ätz- beziehungsweise Abdeckmitteln beschreibt, sowie durch eigene Recherchen im Internet.
Für die Ätzradierung wurden in den letzten Jahren eine ganze Reihe neuer Materialien entwickelt, die sowohl das Abdecken der Metallplatten als auch das Ätzen selbst effektiver, schneller und sicherer machen. Die wichtigsten Neuerungen sollen hier vorgestellt werden.
Abdeck-Materialien
1) Asphaltlack lässt sich gut durch Acrylfarben ersetzen. Acrylfarben auf Wasserbasis riechen nur wenig und sind nicht toxisch. In dem oben zitierten Glass On Metal-Artikel schreibt die Autorin, dass rote Farben besonders gut haften und sehr resistent gegen die Ätzlosungen sind. Eingesetzt werden können die Acrylfarben wie Asphaltlack.
2) 2) Für die Herstellung elektronischer Leiterplatten wurden besondere Abdeckstifte entwickelt. Mit diesen den normalen Faserschreiben ähnlichen Stiften wird das Design direkt auf die Metallplatte gemalt oder gezeichnet. Großer Vorteil: Man kann freie Zeichnungen direkt aufs Metall bringen. Auskratzen wie beim Asphaltlack entfallt. Geeignete Stifte und Bezugsquellennachweise finden am Ende des Artikels.
Hier jetzt die echten Neuerungen! Sie wurden in den 90er Jahren entwickelt, sind aber doch den meisten Emailleuren noch unbekannt.
a) PnP blue. PnP heißt soviel wie "positiv nach positiv" (im Gegensatz zu den Positiv-Negativ-Verfahren): Was im Entwurf schwarz ist, ist auf dem fertigen Werkstück die erhabene Linie oder Fläche. PnP blue ist eine Kunststofffolie, die mit einer lichtempfindlichen Abdeckschicht kaschiert ist. Man kann entweder mit gut deckenden Stiften oder Farben direkt auf der Folie zeichnen, mit einem Laser- oder guten Tintenstrahldrucker auf die Folie drucken oder eine Schwarz-Weiß-Zeichnung per Fotokopierer auf die Folie übertragen. Alle Arbeiten lassen sich bei gedämpftem Tageslicht durchführen. Wurde direkt auf die Folie gedruckt oder gezeichnet, muss die Folie mit UV- oder intensivem Sonnenlicht belichtet werden. Die belichtete Folie, beziehungsweise das Design-Bild, wird per Bügeleisen auf die Metallplatte übertragen. Nach dem Erkalten wird die Schutzfolie abgezogen. Die unbelichteten Stellen (also das, was beim Design schwarz ist) bleiben an der Metallflache haften. Das Werkstück kann nun geätzt werden.
b) ImagOnTM ImagOnTM ist das neueste Transfermaterial, das zur Zeit auf dem Markt ist. Entwickelt wurde es in erster Linie für Ätzradierungen. Obwohl auf den ersten Blick dem "PnP blue" ähnlich, unterscheidet sich die Handhabung doch wesentlich. gegenüber "PnP blue" höhere Arbeitsaufwand zahlt sich aber durch erheblich höhere Ätzstabilität aus.
Genaue Arbeitsanleitungen für "PnP blue" sowie für ImagOnTM erhalten Sie bei del Bestellung der Materialien.
Der große Vorteil der Folien besteht darin, dass sich Schwarz-Weiß-Fotos, PC-Ausdrucke und Zeichnungen sehr genau auf die Metallplatte übertragen lassen. Allerdings sind Halbtöne nicht möglich, was aber für die Herstellung von Grubenschmelzplatten ohne Belang ist. Nachteil: Das Verfahren kann nur auf planen Flächen angewendet werden.
Ätzlosung
Besonders interessant ist die von Friedhard Kiekeben neu entwickelte Ätzlosung, genannt "Edinburgh Etch".
In der "Edinburgh Etch", einer Ätzlosung auf Eisen(II)Chlorid-Basis, mit Zitronensäure, einem ungiftigen Salz als Zusatz, kann das Ätzgut mit der zu ätzenden Seite nach oben in das Bad gelegt werden. Der Zusatz von Zitronensäure bewirkt, dass sich der beim Ätzen entstehende Schlamm, der ein Weiterätzen behindert, auflöst. Damit wird der Ätzprozess durch den Schlamm, der sich in reiner Eisen(III)Chlorid-Ätzlösungen bildet, nicht mehr verzögert oder gar behindert. Die Lösung erodiert Metall auch schneller als reines Eisenchlorid (Erfahrungswerte etwa ½ Ätzzeit) und bleibt für einen viel längeren Zeitraum aktiv und stabil.
Hier die Ansätze der Stammlösungen für "Edinburgh Etch" für Kupfer und Messing:
1) Gesättigte Eisen(III)Chlorid-Lösung besteht aus etwa 35-40% Eisen(III)Chlorid-Granulat plus 65 bzw. 60% Wasser.
2) 25 gr. Zitronensäure wasserfrei + 75 ml Wasser (alle Angaben in Gewichtsprozent)
Die eigentliche Ätzlösung „Edinburgh etch“ besteht dann aus: 80% Stammlösung eins (gesättigte Eisen(III)Chloridlösung + 20% Stammlösung zwei (25%ige Zitronensäurelösung)
Neutralisation des Ätzgutes
Ist die Ätzung abgeschlossen, sollte das Ätzgut in einer Salz-Essig-Lösung, bestehend aus 1 Teil Kochsalz, 1 Teil Essig und 6 Teilen Wasser, neutralisiert werden.
Neutralisation und Entsorgung der "Edinburgh Etch"
Am besten entsorgt man verbrauchte Ätzlösungen bei einer kommunalen Sammelstelle für Chemie-abfälle. Details über den Neutralisationsprozess können auf der WebSeite http://www.chester.ac.uk/art/kiekeben/fact.pdf gefunden werden.
Lösung zum Entfemen des Ätzgrunds
Die Lösung zur Entfernung des Ätzgrundes besteht im Wesentlichen aus wasserfreiem Natriumkarbonat (Soda) und Wasser.
Bezugsquellen
Wie bereits erwähnt, werden die für den Grubenschmelz benötigten Chemikalien und Abdeckmittel besonders in der Elektroindustrie und von Ätzradier-Künstlern benutzt. Deshalb bekommt man vieles im Künstlerbedarf- oder im Elektronikbedarf-Handel. Hier einige Adressen:
1) Rita Helmholtz, Osterende 21 (Feldhof) 21734 Öderquart, Telefon 04779-92 1588, Fax: 04779-92 15 20, e-Mail: RHelmholtz@aol.com Hier erhalten Sic unter anderem auch das neue Abdeckmaterial ImagOnTM Ultra sowie die meisten Chemikalien und Hilfsmittel.
2) Thompson enamel vertreibt Eisen(III)Chlorid, Zitronensaure und die Abdeckfolien PnP blue und ImagOnTM ultra. http://www.thompsonenamel.com
3) Conrad Elektronic GmbH, Klaus-Conrad Str. 2, 92530 Wernberg-Koblitz, Tel: 0180-5 31 21 11, Fax: 0180-5 31 21 10, Internet: http://www.conrad.de Alle Materialien zum Ätzen wie Eisen(III)-Chlorid, Ätzschalen, Spezialstifte (Abdeckstifte zum direkten Zeichnen auf dem zu ätzenden Werkstück) usw. Geeignete Stifte sind: Edding 780, Edding 3000 Spezialstift, Spezialstift DALCO 33PC. Sic können den Hauptkatalog anfordern. Conrad unterhält auch Verkaufsfilialen in vielen deutschen Großstädten.
Literatur:
1) Glass on Metal (Vol. 15, Number 3, August 1996), "A Revolutionary New Blockout Technique Paul", by Katharine Wood with Paul Silverman.
2) Glass on Metall (GOM Vol 23, No.5, Dec. 2004, Seite 102-103) "Ätzen mit Metallsalzen, Ätzgrund & Entfernung des Ätzgrundes" van Gail Nelson 2004
3) The Contemporary Printmaker, IntaglioType & Acrylic Resist Etching by Keith Howard, ISBN 0-9741946-0-3
Internet:
Im Internet finden Sie unter den Stichworten: Intaglio, Keith Howard, Metal etch, Oktogon, Friedhard Kiekeben, Resist etching, etching und ähnlichen Schlagworten eine große Anzahl von Artikeln, die sich mit Ätzverfahren beschäftigen.
Edmund Massow, Geisenfeld
Hier noch etwas über geeignete Ätzreserven
(Ausschnitt eines Artikels aus dem „Coburger-Emailrundbrief 2-2005“ von Dr. Thomas Roth)
2 Komponenten-Lacke
Ein entsprechender Lack wird hergestellt von Coates Screen Inks GmbH in Gebinden zu 1 und 5 Liter. Internetseite: http://www.coates.de .
Erhältlich sind die genannten Ätzreserven über die Raimund Weber KG, Zeppelinstr. 23 a, 85748 Garching-Hochbrück, Telefon 089/32 67 68-0
In seinem eigentlichen Anwendungsbereich für die Leiterplattentechnik wird der Galvanorestist-Lack im allgemeinen im Siebdruckverfahren aufgetragen - was ich mir durchaus auch bei seriellen Arbeiten in unserem Bereich vorstellen kann -, er lässt sich aber genau so gut nach Verdünnung mit Lösungsmittel auch in dünnem Strich, gegebenenfalls mehrmals, mit dem Pinsel auftragen, aber ebenso bei größeren Flächen mit Schablonen oder Farbroller.
Dass die Auftragsflächen staub-, fett- und oxidfrei herzustellen sind, versteht sich von selbst.
Für unsere Zwecke - also speziell unter dem Aspekt der für Grubenschmelz erforderlichen Tiefätzung - besonders geeignet ist der Ätz-und Galvano-Resist GF/HV 3571 (PVC Copolymerisate mit Zusätzen von anorganischen Füllstoffen und Pigmenten, hellblau) und die Ätzreserve APFIOO (schwarz), eine auch siebdruckfähige Farbe, die gegen alle sauren und alkalischen Ätzmedien beständig ist und sehr gute Metall-Haftungseigenschaften hat.
Beide Ätzreserven sind mit normalem und verzögerndem Verdünner (wenn längere Zeit und detail reich etwa mit Pinsel gearbeitet wird) erhältlich.
Strippbar sind die Ätzreserven durch arormatische Kohlenwasserstoffe, der Galvanoresist GF/HV 3571 auch in chlorierten und aliphatischen Kohlenwasserstoffen. Die genauen Datenblätter können bei der Rundbriefredaktion Dr. Thomas Roth E-Mail-Adresse: ThomasPOGGO@aol.com angefordert werden (bitte vorzugsweise eine TelefaxNummer oder eine Elektropostadresse angeben).
Dr. Thomas Roth
P. S. Das braune Paketklebeband von Tesa ist auch nach meiner Erfahrung eine brauchbare und vor allem saubere Ätzreserve
. Edmund
Allgemeines zum Ätzen.
In einer Werkstatt die nicht über eine gute Abzugsanlage verfügt, sollte man das Ätzen mit Salpetersäure ganz vermeiden. Die bei der Ätzung entstehenden nitrosen Dämpfe sind sehr toxisch und müssen, ebenso wie die Säure selbst umweltgerecht entsorgt werden, d. h. der Abzug muss über mechanische und chemische Filter verfügen, damit das toxische Stickoxid neutralisiert wird, ehe der Rest in die Umwelt entlassen wird!!
Zum Ätzen von Kupfer sollten Sie die oben beschriebene „Edinburgh-etch“ probieren. Die Ätzzeit gegenüber Ätzung mit Eisen(III)Chlorid ist wirklich wesentlich kürzer. Es entstehen zwar auch Säuredämpfe (etwas Salzsäure wird beim Ansetzen der Eisen(III)Chloridlösung und beim Ätzen frei) aber sie sind bei weitem nicht so gefährlich wie das Stickoxid.
Zum Ätzen von Silber wird in der Literatur Eisennitrat empfohlen. 500 g Eisennitrat + 500 g Wasser. Warm lösen. Ätzzeit wird für Grubenschmelz (also ca. 0,5 mm Grubentiefe) mit 36 h angegeben. Werkstück soll senkrecht im Bad stehen. Ich habe das Silberätzen mit Eisennitrat noch nicht ausprobiert, stelle mir aber vor, dass auch hier die toxischen nitrosen Dämpfe entstehen.
ALSO: Immer HANDSCHUHE, immer SCHUTZBRILLE immer NUR IN GUT BELÜFTETEN RÄUMEN ARBEITEN!!!!
Literatur: „The Art Of Enameling“ von Linda Darty, Lark Books, New York 2004?, ISBN: 1-57990-507-2 zum Originalpreis zu beziehen über: http://www.amazon.de
|
Direkte Aktionen im Forum: . . |
Emaillieren - Cloisonne - Zellenschmelz
Geschichte: Die Emailkunst ist mehr als 3500 Jahre alt. Die ältesten bekannten Funde stammen aus der Zeit um 1420 v. Chr. Sie wurden bei Ausgrabungen in Mykene/ GR. gefunden. Große Blütezeiten hatte des Email im Europa des Mittelalters und des Jugendstils, sowie in den 60ger Jahren unseres Jh. Leider wird es heute, selbst in den Goldschmiedeschulen nur noch am Rande gelehrt. Technisch aufwändig und nur mit hoher arbeitsintensiver, handwerklicher Sorgfalt zu bewältigen droht diesem vielseitigen und schönen Kunsthandwerk in unserer ganz auf Kommerz ausgerichteten Zeit leider des aus.Emaildefinition nach DIN: Mit "Email" bezeichnet einen auf Metall aufgeschmolzenen Glasfluss, der bei Temperaturen über 600 Grad C aufgebrannt wird. Trägermetalle sind im Kunsthandwerk vorwiegend Kupfer, Silber und Gold, seltener Aluminium oder Stahl.
Benvenuto Cellini, (1500-1571) der große italienische Goldschmied, Raufbold, Mörder und Allroundkünstler der Renaissance schreibt in seinen Lebenserinnerungen: (Zitat) "Die schöne Kunst des Emaillierens ließ ich mir gleichfalls angelegen sein und nahm mir darin einen unserer Florentiner, der Amerigo hieß, den Ich niemals persönlich gekannt hatte, zum Vorbild. Niemand hat sich, dass ich wüsste, seiner göttlichen Arbeit genähert. Auch diese schweren Bemühungen legte ich mir auf, wo man sein Werk und alle Frucht seines Fleißes zuletzt dem Feuer überlassen muss, das alles wieder verderben kann; aber die Freude, die ich daran hatte, machte, dass ich die großen Schwierigkeiten für ein Ausruhen ansah". An anderer Stelle schreibt er über das Emaillieren: "In Gold oder Silber wurden flach erhobene Figuren und Zieraten gearbeitet, diese alsdann mit wohlgeriebenen Emailfarben gemalt und mit großer Vorsicht ins Feuer gebracht, da denn die Farben wieder als durchsichtiges Glas zusammenschmolzen, und der unterliegende metallische Grund zum Vorschein kam. Man verband auch diese Art zu arbeiten mit dem Filigran und schmelzte die zwischen den Fäden bleibenden Öffnungen mit verschieden gefärbten Gläsern zu: eine Arbeit, welche sehrgroße Mühe und Genauigkeit erforderte“. (Zitatende)
All das gesagte gilt auch noch heute ll
Emaillieren für den Goldschmied

Der „gestandene“ Goldschmied hat in der Regel während seiner Lehrzeit auch das Arbeiten mit Email kennen gelernt. Diese Einführung wendet sich also hauptsächlich an „Hobby-Goldschmiede“ beiderlei Geschlechts, die sich im Email üben wollen.
Im wesentlichen sind für den Goldschmied vier Emailtechniken interessant.
1) der Zellenschmelz auch Stegemail oder in der Emailterminologie „Email cloisonné“
2) Der Grubenschmelz, klassisch „Email champlevé“
3) Das Malemail, klassisch „Email peintre“
4) Das Fensteremail – « Email plique á jour »
Da bereits der berühmte mittelalterliche Goldschmied Benvenuto Cellini gesagt hat: „Das Email cloisonné ist die edelste aller Emailtechniken“ folgt hier eine kurze Vorstellung dieser Technik. Beschrieben wird die Herstellung einer emaillierten Platte, die später gefasst werden kann.
Die Dicke des zu emaillierenden Blechs richtet sich nach der Größe des Werkstücks. Ich verwende zum Emaillieren ausschließlich Feinsilberblech, da gegenüber legierten Blechen das „Weißsieden“ und Beizen entfällt und weil es keinen „Kummer“ mit dem Legierungskupfer gibt. Durch das beidseitige Emaillieren des Werkstücks, das man grundsätzlich machen sollte, erhält es ausreichende Stabilität. Für Werkstücke bis etwa 3x3 cm reicht eine Blechstärke von 0,5 mm, von 3 x 3 cm bis ca. 5x5 cm empfehle ich 0,7 mm. Darüber hinaus sollte die Blechstärke etwa 1 mm betragen. Eine leichte Wölbung der Platte gibt der Platte nicht nur mehr Stabilität, sondern erleichtert auch das später notwendige Schleifen des emaillierten Werkstücks. Doch nun Schritt für Schritt:
Benötigtes Material:
a) Feinsilberblech,
b) Stegdraht vierkant- oder rund ebenfalls aus Feinsilber oder auch aus Feingold. Der Vierkantdraht sollte fürs Erste eine Abmessung von etwa 0,25 x 0,8 mm haben, der Runddraht mindestens 0,5 mm stark sein. In Japan verwenden einige Künstler wesentlich feinere Drähte. Dazu braucht man aber Erfahrung, da so feine Drähte nur schwer zu handhaben sind.
c) Email: bevorzugt transparente Emails verschiedener Farben. Unbedingt erforderlich ist ein Silberfondant, nützlich ein sogenanntes „Finition-Email“ und einige opake Farben. Für den Start genügen jeweils 10 Gramm pro Farbe. Einige Firmen versenden „Probesets“ der verfügbaren Emailfarben die für die ersten Versuche vollständig ausreichend sind.
d) Kleber um die Stegdrähte auf dem voremaillierten Werkstück zu fixieren. Bewährt hat sich neben den käuflichen Emailklebern einfacher Tapetenkleister. Ansatz: etwa ¼ Teelöffel Kleisterpulver auf 100 ml dest. Wasser.
e) Destilliertes Wasser
Werkzeug: Das meiste Werkzeug dürfte in jeder Werkstatt vorhanden sein. Zusätzlich braucht man:
a) Einen kleinen Email- oder Glühofen
b) Mindestens einen Gegenemailständer
c) Ein feines Sieb, z. B. ein Teesieb, möglichst mit flachem Boden
d) Eine Blumenspritze ist praktisch, aber fürs Erste nicht zwingend erforderlich.
e) Gegenemailständer

Beispiel für einen Gegenemailständer
Vorbereitung de s Blechs. Eine völlig glatte Blechoberfläche sieht nach dem Emaillieren mit transparenten Emails etwas „öde“ aus. Deshalb kann man die Oberfläche des Blechs durch Gravieren, Punzieren, Hämmern mit einer Hammerfinne oder dem Kugelhammer oder durch Walzen mit z. B. Apfelsinennetz, Designblech, Papier- oder Pappestückchen, trockene Blätter usw.
1) Werkstück aus geeignetem Blech zuschneiden.
2) Werkstück leicht wölben
3) Werkstück mechanisch oder chemisch reinigen. Ich verwende zum Beizen eine 10%ige, ca. 60 Grad warme Alaunlösung, da sie relativ harmlos ist.
4) Werkstück unter fließendem Wasser abwaschen. ACHTUNG!! Die zu emaillierenden Flächen nicht mehr mit den Fingern berühren. Werkstück immer nur an den Kanten anfassen.
5) Trocknen
6) Rückseite dünn mit dem Emailkleber einstreichen und das Email auf die nasse Fläche sieben. Die aufgesiebte Emailschicht sollte ca. 1-1,5 mm stark sein.
7) Werkstück auf den warmen Ofen stellen, damit der Kleber trocknen kann. Enthält das aufgesiebte Email noch Feuchtigkeit, so verdampft diese schlagartig im heißen Ofen und schleudert das Email durch den ganzen Ofen!
8) Werkstück in den auf etwa 750-800 Grad C vorgeheizten Ofen geben und brennen. Benutzen Sie immer einen Gegenemailständer um das Werkstück in den Ofen zu bringen. Der Brand ist beendet, wenn die Emailoberfläche glatt ausgeschmolzen ist und etwas spiegelt.
9) Nach dem Abkühlen, Vorderseite des Werkstücks mit einem Polierstahl oder –achat polieren. Das gibt dem Email mehr Leuchtkraft. ACHTUNG!! Die Oberfläche muss dabei absolut frei von Fingerspuren oder Fett bleiben.
10) Vorderseite des Werkstücks sehr dünn mit einem Silberfondant besieben, oder das Fondant ganz dünn nass auftragen. Die Schichtdicke sollte nicht mehr als etwa 1 Emailkorngröße sein.
11) Trocknen und brennen.
12) Emailschicht der Vorderseite mit einem Diamantfräser leicht aufrauen. So halten die Stege beim Aufkleben besser
13)

Freihand oder nach einer Zeichnung die Stege biegen. Ich arbeite vorwiegend mit weich geglühten Drähten, da sie sich, vor allem an gewölbte Flächen leichter anpassen lassen. Sollen die Drähte nicht ganz so weich sein, streckt man sie zwischen 2 Zangen wenige Millimeter. Dadurch wird der Draht absolut gerade und ein wenig härter, so dass sich auch scharfe Kanten biegen lassen. Die Vierkantstege stehen immer auf der schmalen Kante. Kreuzen sich auf Grund des Designs zwei Drähte, muss ein Draht am Kreuzungspunkt durchschnitten werden.

14) Stege der Wölbung der Emailplatte anpassen. Es ist wichtig, dass zwischen Steg und Emailoberfläche keine „Luft“ ist. Danach den Stegdraht mit der Unterseite leicht in Kleber eintauchen und auf die voremaillierte Fläche kleben.

15) Sind alle Stege aufgeklebt Werkstück trocknen, auf einen Gegenemailständer geben und brennen. Durch diesen Brand verbinden sich die Drähte mit der Emailschicht, so dass das Eintragen der E’s wesentlich erleichtert wird.
Jetzt kann das Email zum Eintragen vorbereitet werden. Bei wertvollen Emailarbeiten sollte man die E’s in Stücken oder als Emailgranulat kaufen und selbst mörsern. So kann man die Korngröße des Emails variieren und die transparenten E’s werden nach dem Brand klarer und leuchtender. Aber egal ob selbst zerkleinert (gemörsert) oder als Pulver gekauft, vor dem Gebrauch müssen die Emails gründlich gewaschen oder mit Feinstsieben ausgesiebt werden um den Feinstaub zu entfernen. Der Feinstaub trübt die Emails. Siebt man aus, sollte das Emailsieb eine Maschengröße von etwa 200 mesh haben. Alles was auf dem Sieb liegen bleibt, kann verwendet werden. Den ausgesiebten Staub kann man u. a. als Gegenemail verwenden.

Emailprobeplatte für transparente Emails auf Silber
Ich empfehle immer, zunächst eine Probeplatte der vorhandenen Emails anzufertigen. Nicht alle Emails sind „silbergeeignet“. Einige Farben z. B. transparentes Rot, einige Gelb- und Brauntöne reagieren beim Brand mit dem Silber und werden trüb und hässlich. Außerdem kann man die Wirkung der Farben an Hand der Probeplatte besser abschätzen. Es genügt für’s Erste auf eine polierte Silberplatte ca.1 cm breite Streifen nass aufzutragen, zu trocknen und zu brennen. Will man später ernsthaft emaillieren, sollte man sich etwas aussagekräftigere Probeplatten anlegen.
Zum Auswaschen gibt man eine kleine Menge des Emailpulvers in ein kleines Gefäß. Dazu gibt man soviel Wasser in das Gefäß, dass das Email sehr gut bedeckt ist. Email + Wasser gut umrühren. Die obere Wasserschicht wird trübe und das „gute“ Email setzt sich nach unten ab. Das trübe Wasser vorsichtig abschütten. Wieder Wasser auffüllen, rühren und abschütten. Bleibt das Wasser klar, spülen wir nach dem Abgießen das Email noch einmal mit destilliertem Wasser, das wir ebenfalls nochmals abgießen. Dann soviel Wasser einfüllen, bis das Email gut bedeckt ist. In einem verschlossenen Gefäß bleibt dieses Email für längere Zeit gebrauchsfertig. Plastik-Kleinbildfilmdosen sind sehr gut geeignet.

16) Eine kleine Menge des gewaschenen Emails einer Lagerdose entnehmen. Bei kleinen Mengen sind Eierlöffel gut geeignet.
17) Wasser soweit mit einem Papiertuch absaugen, dass das Email „cremig“ wird. Einen Tropfen Kleber hinzufügen und das Ganze vorsichtig vermischen. ACHTUNG!! Keine Luftblasen unterrühren!!!!!
18) Eine kleine Menge des Emails mit einem Pinsel oder kleinen Spatel (früher nahm man eine angespitzte Vogelfeder) aufnehmen und in eine Zelle übertragen. Evtl. ein 2. Werkzeug dazu nehmen, um das feuchte Email in die Zelle zu schieben. Sie können die Stege als Farbbegrenzung auffassen und in jede Zelle nur eine Farbe eintragen, Sie können aber auch die Farben über die Stege hinaus gehen lassen um eine mehr malerische Wirkung zu erzielen. Ich arbeite gerne so: ich gebe etwas feuchtes, transparentes Email auf den Portionierer (Eierlöffel). Auf die Spitze des Eierlöffels gebe ich ein kontrastierendes oder korrespondierendes opakes Email. Während ich das transparente Email eintrage, mische ich z. B. an den Rändern etwas opakes E. darunter. Das gibt den transparenten E’s. mehr Tiefe!! Rechtes Bild
19) Nach und nach das ganze Werkstück mit den Emailfarben füllen. Darauf achten, dass Farben nicht ungewollt die Stege überschreiten. Man sollte das Einfüllen der Emails nicht unterbrechen. Wenn ein Teil des Emails bereits getrocknet ist und man neues nasses Email einfüllt entstehen häufig hässliche Ränder in den Emails.
20) Um das Email etwas zu verdichten und um Luftblasen auszutreiben nimmt man das Werkstück an den Kanten zwischen Daumen und Zeigefinger und „rippelt“ z. B. mit der Griffleiste einer Pinzette am Rand entlang. Das dabei aufsteigende Wasser tupft man mit einem Papiertuch ab.
21) Werkstück auf einen Gegenemailständer legen und auf den Ofen zum Trocknen stellen. Das Email ist trocken, wenn sich an der Oberfläche ein leichter weißer Schleier zeigt.
22) Werkstück in den ca. 750-800 Grad heißen Ofen geben und brennen.
23) Nach dem Abkühlen erneut Email eintragen. Das Eintragen und Brennen wird so lange wiederholt, bis die Emails den Stegoberrand erreichen. Meist sind 3-5 dieser Arbeitsgänge erforderlich.

Eine Zellenschmelz (Cloisonné-Arbeit) wird immer so geschliffen, dass Stege und Email eine plane Fläche ergeben. Früher arbeitete man meist mit Karborundsteinen. Die Steine sind zwar preiswert, aber das Schleifen nimmt viel Zeit in Anspruch Deshalb bevorzugt man heute Diamantwerkzeuge. Für den Handschliff besonders geeignet sind Diamant-schleifpads. Diese Pads sind eigentlich für die Glas- oder Steinbearbeitung bestimmt, eignen sich aber sehr gut auch für den Emailschliff. Es gibt die Pads in verschiedenen Körnungen.
24) Emails müssen immer unter fließendem Wasser geschliffen werden. Wir beginnen für den Vorschliff mit einem Pad der Körnung 120. Nur soweit schleifen, dass die Stege gerade frei liegen.
25) Auf Poren und „glänzende Stellen“ prüfen. Sind Poren vorhanden, müssen sie mit einem Diamantfräser etwas aufgefräst werden. Dann mit einer harten Bürste unter fließendem Wasser gut reinigen. Es darf kein Schleifstaub mehr zu sehen sein. Poren und evtl. vorhandene glänzende Stellen mit dem entsprechenden Email auffüllen, trocknen + brennen.
26) Erneut schleifen, diesmal aber mit Körnung 220. Wieder auf Poren + Glanzstellen prüfen und falls erforderlich Poren aufbohren und Glanzstellen und Poren füllen, trocknen, brennen.
27) Weiter schleifen mit ca. 360, 500, 800 bis 1000 Korn. Die Oberfläche des Emails muss frei sein von Schleifspuren und Poren. Es wird immer mal behauptet, dass Emailoberflächen nicht porenfrei herzustellen sind. Dem widerspreche ich energisch. Enthält das Email nach dem Schleifen Poren wurde entweder mit falsch oder überlagerten Emails gearbeitet, oder die Metallfläche war nicht ganz sauber, oder es wurden beim Eintragen des feuchten E’s Luftblasen eingetragen.
28) Anschließend wird die Emailfläche mit einem fettfreien Poliermittel poliert. Bewährt hat sich das Polieren mit feuchtem Ceroxid und einer Kork- oder Filzplatte
29) Schleifmittelreste unter fließendem Wasser mit einer harten Bürste (Nagelbürste) entfernen
30) Werkstück trocknen
31) Die geschliffene Oberfläche soll sich „seidig“ anfühlen. Deshalb mit einer weißen Wachskerze über die Fläche streichen und die Oberfläche mit dem Handballen polieren, bis alle Wachsstreifen verschwunden sind.
32) Die Platte kann nun in einer Kasten- oder Krappenfassung gefasst werden. Es kann aber auch ein Rahmen angefertigt werden in den man die Platte mit 2 Komponentenkleber hineinklebt.[/center]

1) Kastenfassung 2) In Rahmen eingeklebte Platte, 3) Krappenfassung
Weitere Bilder von Broschen finden Sie auf meiner HP: http://www.emailkunst.de Dort erfahren Sie noch mehr über die Technik des Emaillierens und Sie können weitere Infos wie: „Kurzanleitung Emailieren“, umfangreiches „Bezugsquellenverzeichnis“ usw. kostenlos per E-Mail anfordern. Außerdem dürfen Sie gerne Fragen zum Thema Email stellen, die ich möglichst umgehend beantworte. E-Mail Info: massow@emailkunst.de
Lassen Sie sich von dieser etwas langen Arbeitsanleitung nicht entmutigen. Wenn Sie einmal den „Bogen raus haben“ läßt sich eine Broschenplatte, wenn das Design nicht allzu kompliziert ist, in weniger als 2 Stunden machen.
In obiger Anleitung wurde der Einfachheithalber die Herstellung einer ungefassten Platte beschrieben. An sich sollte Emailschmuck aber nie ohne einen schützenden Metallrand gemacht werden. Die Kanten sind zu empfindlich gegen Stoß. Deshalb bevorzuge ich in der Regel eine Kombination aus Grubenschmelz und Cloisonné. Ein ausführliches, über 30 Schreibmaschinenseiten starkes Manuskript aus meinen Schmuckkursen zeigt viele Schritte der Metallvorbereitung (die verschiedensten Fassungsmöglichkeiten, emaillierfeste Lötungen, Furnituren anbringen, Schleifen des Emails usw.) in Wort und Bild. Sie können es gegen eine Schutzgebühr von 15 Euro incl. Porto als Druckversion oder auf CD gebrannt anfordern.

1 + 2) Kombination Grubenschmelz / Cloisonné, beachten Sie den Silberrahmen rund um das Email. Das Cloisonné-Email liegt vertieft in der Grube. So ist das Email gegen seitlichen Stoß geschützt.

3) Emaillierfeste Broschierung. Beispielbild aus meinem Manuskript
|
Direkte Aktionen im Forum: . . |









