Gusstechnik: Ossa Sepia
Die Ossa Sepia Schale (lateinisch = Sepia officinalis) ist der Rückenschulp des Tintenfisches der Gattung Sepia. Die Form der Schale variiert in ihrer Größe zwischen 10 bis 30 Zentimetern in der Länge und 5 bis 10 Zentimetern in der Breite. Den meisten ist sie eher aus dem Vogelkäfig bekannt, an denen sich die Vögel ihre Schnäbel wetzen. Die hornähnliche Außenhaut ist hart, die innere eine lamellenartig Kalkschicht weich wodurch ist sie sehr gut zur einfachen Herstellung von Gussformen eignet.Vorteile: eine rasche und billig Herstellung.
Nachteile: nur einmal verwendbar, Porenbildung
und nur für einfache Formen verwendbar.
Schon in der Antike wurde dieses Material für den Guß von einfachen Metallobjekten benutzt. Durch Einritzen oder Abdrücken eines kleinen Objektes in die Schale erhält man eine Negativform, die man nach Anbringen von Guß- und Luftkanälen mit Metall ausgießen kann. Als Metalle eigenen sich Gold, Silber, Messing oder Bronze.
Von der Ossa Sepia Schale zum fertigen Guß
Die folgenden Fotos wurden mir freundlicher weise von Steffi Schmeling zu Verfügung gestellt.
An dieser Stelle noch ein mal vielen Dank.
Als erstes wird die Ossa Sepia Schale grob auf die für das Gussstück benötigte Größe zugesägt. Es kann je nach Gussteil nötig sein eine dreiteilige Form herstellen zu müssen. In unserem Beispiel genügt aber eine einfache zweiteilige. Nach dem man nun die gewünschte Größe hat wird mit einer Feile die noch leicht gewölbte Innenfläche der beiden hälften plan gefeilt sprich begradigt.
Nun wird die zu reproduzierende positiv Form vorsichtig in einer der vorbereiteten Schalen gerade so viel hineingedrückt das er eine Druckstelle hinterlässt. Nun wird die andere hälfte vorsichtig gegen die andere gehalten und der Ring durch leichten druck passgenau in beide hälften drücken bis die Spalte geschlossen ist. Ist dieses geschehen, werden ohne die Stücke zu trennen, störende oder unnötige Segmente abgesägt um die Seitenteile in ihre finale Form zu bringen. Um bei der späteren Nachbearbeitung das zusammen fügen der beiden Seitenteile zu erleichtern werden an den Seiten Markierungen eingesägt.

So vorbereitet, kann das Modell der Form vorsichtig entnommen werden. Jetzt können die nötigen Korrekturen an der Form vorgenommen werden. Auch der konisch zulaufende Trichter durch den später die geschmolzene Legierung eingegossen wird kann nun aus beiden Seitenteilen durch vorsichtiges herausschaben modelliert werden.

Nun kann es zum eigentlichen Guss kommen. Nach dem beide Seitenteile fest fixiert wurden, wird das Metall in einer Schmelzschale zum schmelzen gebracht. Dabei gilt es zu beachten das Schmelzgut möglichst frei von Flussmittel zu halten. Flussmittel sind dazu da um Oxidationen zu vermeiden, in Verbindung mit Kalk käme es aber zu Reaktionen die das Gelingen des Gusses zunichte machen können. Ist das Metall flüssig, wird es in die Form gegossen und nach ein paar Minuten unter kaltem Wasser abgeschreckt. Nach dem alles komplett abgekühlt ist kann man das Ergebnis aus der Form holen um es durch Nachbearbeitung fertig zu stellen









