Das Schmuck-Portal > Eigenart > Schmuck Magazin > Schmuck Magazin - News

Im Segment der Designführer antreten

2008-05-04 21:58


Im Segment der Designführer antreten

EDUARD G. FIDEL ZÄHLTE FRÜHER ZU DEN GROSSEN IM TRAURINGSEGMENT.
NACH EINEM ZWISCHENSPIEL IM BESITZ DER BIRKENFELDER FIRMA
ZETTL SIND SEIT 2002 NEUE INHABER DABEI, DIE TRAURINGMARKE AUS MARKTREDWITZ
NEU ZU POSITIONIEREN – IN EINER MODERNEN MANUFAKTUR IN PFORZHEIM.



Kaum ein Schmucksegment ist so umkämpft wie der Trauringmarkt. Rückläufigen Hochzeiten in Deutschland steht eine deutlich gewachsene Zahl von Trauringherstellern gegenüber. Sogar von Modelabels wie Joop können sich Paare heute ihre Symbole der Verbundenheit bestellen. Neben den traditionellen Trauringfabriken setzen zunehmend auch kleine Schmuckateliers ihre Kreativität ein, um die Ringe fürs Leben anzubieten. Ein Verdrängungswettbewerb also, in dem aber sogar totgesagte Traditionsnamen erfolgreich reanimiert werden. Ein Beispiel findet sich in der Reutlinger Straße 8 im Norden Pforzheims. In dem heute typischen Zusammenspiel von CNC gesteuerten Hightech- Maschinen und geschickter Handarbeit entstehen in einer modernen Manufaktur Trauringe von Eduard G. Fidel. Für einen wachsenden Markt sogar, denn diesen gibt es tatsächlich, zwar nicht in Deutschland, dafür aber im Ausland. „Unsere Ringe werden sogar auf der Ginza in Toyo verkauft,“ sagt Christian Eckart stolz. Die Japaner seien begeistert von der Qualität „made in Pforzheim.“ Christian Eckart ist zusammen mit seinem Partner Kai Binder Inhaber der Trauringmarke. 1996 kauften die Jungunternehmer zunächst den Trauringherstellers Rudolf Sickinger mit 30 Mitarbeitern, der im unteren und mittleren Preissegment etabliert ist. Aber Eckart und Binder wollten mehr. Mit dem Kauf des traditionsreichen Herstellers EGF von Zettl planten die Partner, ins oberste Segment hochwertiger Trauringe vorzustoßen. Wichtiger Schritt war die anschließende Rückfirmierung in Eduard G. Fidel GmbH im Jahre 2002. Der Firmengründer aus Marktredwitz hatte den neuen Inhabern vertrauensvoll das Recht überlassen, seinen kompletten Namen zu führen. Helfen könnte ihnen dabei Hans-Peter Barth, lange Jahre bei Christian Bauer und zuletzt bei Egana in Pforzheim tätig. Mit Barth als zukünftigem Geschäftsführer haben Christian Eckart und Kai Binder einen profilierten Kenner des Marktes gewonnen, der Eduard G. Fidel weiteren Auftrieb verleihen könnte. Das Interesse der Pforzheimer Unternehmer am Trauringthema ist kein Zufall. Christian Eckart entwickelte schon als Kind seine Liebe zum Kreativen. Malen und Zeichnen waren seine Lieblingsfächer. An einem Privatgymnasium belegte er zudem als Schwerpunkt das Fach Goldschmieden. Einer Lehre als Bankkaufmann folgte das Studium an der Uni Hohenheim und an der Graduate School of Management, UCLA, in Los Angeles an. Als Diplom Ökonom startete er dann als Unternehmensberater bei der amerikanischen Bain & Company in München und Paris. Der Weg in die Selbständigkeit begann zusammen mit Kai Binder durch den Einstieg in das Beteiligungsgeschäft als geschäftsführender Gesellschafter bei der IMM Binder & Eckart Sanitätsfachhandels GmbH. Kai Binder hat die Gene des Schmuckproduzenten durch seinen Vater Fritz mitbekommen, der heute geschäftsführender Gesellschafter bei der Schmuckkettenfabrik FBM in Mönsheim ist. Parallel zu seinem Studium, das er als Diplombetriebswirt abschloss, arbeitete Kai Binder zunächst bei der BW Bank. schmuck
Wie sein Partner vollendete er seine akademische Bildung durch einen internationalen Abschluss. Den Master of Business and Administration, MBA, machte er an der McGill University in Montreal. Bei Bain & Company traf er dann Christian Eckart.

Funktionelle Fertigung
Das neue Manufakturgebäude mit inzwischen 80 Mitarbeitern wurde perfekt auf optimale Fertigungsbedingungen ausgerichtet. Alle arbeiten auf einem Stockwerk, um jederzeit miteinander kommunizieren zu können. So bleibt auch der Durchlauf der Trauringe in den verschiedenen Fertigungsbereichen für jeden sichtbar. Eine helle, saubere und freundliche Umgebung schafft eine gute Arbeitsatmosphäre für die Präzisionsarbeit der Techniker und Goldschmiede. Sie wurde nach dem Kauf von EGF und des damit verbundenen deutlich gewachsenen technischen und gestalterischen Potentials noch wichtiger. Einige interessante Entwicklungen und Trauringinnovationen waren bereits von dem früheren Geschäftsführer und Designer von EGF, Dorin Clepe, vollzogen worden. So z.B. Memoireringe, die unter Zuhilfenahme von „intelli-


schmuck
genten“ Maschinen von speziell ausgebildeten Fachleuten rationell gefertigt werden. Für Christian Eckart ist die hohe handwerkliche Spezialisierung kombiniert mit modernster technischer Fertigung entscheidend für die Position im Wettbewerb. Nur dadurch könne sich eine moderne Manufaktur von einem handwerklichen Goldschmiedeatelier unterscheiden, sagt er und präzisiert: „Bei Fidel ermöglichen speziell entwickelte Verfahren ein optisch und qualitativ perfektes Produkt, das ausschließliche Handarbeit nicht möglich machen würde.“ In der modernen Trauringmanufaktur in der Reutlinger Straße veredeln Spitzenkönner in den einzelnen Fertigungsstufen den Ring dort, wo die Maschinentechnik keinen Platz hat. Als Beispiel führt Eckart auch das neu entwickelte Schichttechnikverfahren – eine Verbindung von kreativem Design, Handwerkskunst und Hightechproduktion an.

Skulpturen der Liebe

Auch beim Trauring entscheidet heute das Design über Sein und Nichtsein in der Gunst der Käufer. „Gutes Design bedeutet das Gesicht in der Menge zu sein,“ sagt Christian Eckart. Gerade heute werde der Markt mit gleichen oder ähnlichen Trauringen überschwemmt, beobachtet er und betont: „Für unsere Kunden das eigenständige, manchmal sogar persönliche Fidel-Produkt
IN EINEM SPEZIELLEN
VERFAHREN WERDEN
VERSCHIEDENE SCHICHTEN
UND GOLDFARBEN
HARMONISCH VERBUNDEN.
NEUES TRAURINGDESIGN
VON EDUARD G. FIDEL














anzubieten, ist unser Anspruch.“ Um dies zu erreichen, arbeitet die Trauringmanufaktur exklusiv mit freien Designern zusammen, die sich teilweise seit vielen Jahren auf den Trauring spezialisiert haben. „Damit ist eine einheitliche Designhandschrift bei Fidel gewährleistet, die es so beim Wettbewerb nicht gibt,“ sagt Christian Eckart. Für Marion Knorr, die ihr Diplom als Schmuckdesignerin an der Pforzheimer HFG erworben hat, ist Schmuck und ganz besonders ein Trauring, Begleiter des Menschen – ein Teil seiner Selbst, seines Ausdrucks, seiner Individualität und seiner Verbundenheit. Klaus Zimmermann, der in Schwäbisch Gmünd studierte, verbindet Geometrie und Naturformen zu einer klaren und doch vielschichtigen Formensprache. Sehr genau werden bei Eduard G. Fidel auch die Trends von morgen studiert, die aus anderen Bereichen den Geschmack der Paare beeinflussen. Seine neuen Schichtring sieht Christian Eckart im Einklang mit dem sogenannten „Reminiscence Design (Erinnerungsdesign)“. Dieser Trend, den Experten ausgemacht haben, soll bekannte und aktuelle Designelemente zusammenführen und geometrische mit organischen Mustern kombinieren. Generell verfolgt Fidel das Ziel, „einerseits einen wahrnehmbaren eigenständigen Charakter der Kollektion zu ermöglichen und andererseits die feinfühligen Trends im Trauringmarkt vorwegzunehmen.“ Und alles steht unter dem Motto „Skulpturen der Liebe,“ der auch die neue Trauringbroschüre von Eduard G. Fidel EGF auf dem Titel ziert. Nach Christian Eckart werden die innovativen, handwerklich und technisch perfekten Trauringhersteller mit flexiblem Service für die Trauringspezialisten in Zukunft verstärkt die wichtigen Partner sein. Eduard G. Fidel will zu dieser kleinen Gruppe gehören, die den persönlichen Symbolcharakter des Traurings für die jeweiligen Kunden hervorheben. Auch im unteren Preisbereich werde sich seiner Ansicht nach das formale Einerlei bei gleichem Preisniveau zugunsten von wieder eigenständigeren Produkten zunehmend auflösen. Kompetenz in der Individualisierung dieser Produkte und flexibler Service würden in Zukunft eine wichtige Rolle. Sickinger, die Zweitmarke für das untere und mittlere Preissegment, habe hier ihre Stärken. Der Wettbewerb im Trauringmarkt dürfte demnach weiter spannend bleiben.



Zurück