Wie Schmuckmacher Jubiläen feiern
2008-05-10 21:57
Wie Schmuckmacher Jubiläen feiern
FÜR GOLDSCHMIEDE UND SCHMUCKHERSTELLER HABEN JUBILÄEN DOPPELTE BEDEUTUNG. ZUM EINEN SIND IHRE ARBEITEN IDEALE GESCHENKE VOR ALLEM FÜR PRIVATE JAHRTAGE. MANCHMAL LASSEN SICH AUCH FÜR DIE EIGENEN JUBILÄEN ETWAS BESONDERES EINFALLEN.
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„Ein Leben ohne Feste ist wie ein langer Weg ohne Gasthäuser. Das Zitat stammt von dem griechischen Philosophen Demokrit (470-380 v. Chr.). Er erkannte die Neigung des Menschen aufs Genießen im Hier und Heute und gilt als einer der geistigen Väter des Hedonismus. Nun sind Jubiläen seit jeher mit Festlichkeiten verbunden. Das legt den Schluss nahe, dass sie vielleicht gar erfunden wurden, um der Feste willen. Die Bedeutung, die dem Jubeljahr in vielen Kulturen bis heute beigemessen wird, lässt vermuten, dass sich zudem Tieferes dahinter verbirgt. Jubiläen sind wichtige Rituale. Der Mensch will zurückzublicken auf Ursprünge, möchte das Leben in Abschnitte einteilen, sie Revue passieren lassen, Stationen beschreiben und ihnen durch eine Feier Bedeutung verleihen. Im feierlichen Innehalten wird das Wesentliche sichtbar und die Mühsal erfährt ihren Sinn. Der Blick zurück legt den Ausblick in die Zukunft nahe. Manchmal werden Jubiläen dabei zu Wegsteinen, die eine Stufe abschließen und eine neue Entwicklung einleiten. Dabei wird der Glaube an die Zukunft gefestigt. Für Schmuckhersteller, Goldschmiede und Juweliere sind Jubiläen besonders wichtig. Nicht zuletzt, weil Schmuckstücke und Uhren ideale Geschenke zu den verschiedensten Jubiläen darstellen. Am populärsten ist es für Verheiratete, den schlichten Ehering für die Partnerin zum Jahrtag mit einem Brillantring zu ergänzen oder ihn durch einen solchen zu ersetzen. Der Memoire ist das Geschenkkonzept für die wachsende Zahl gemeinsam verbrachter Jahre. Geschenke aus Gold oder Platin sind traditionelle Symbole für gemeinsame Lebensabschnitte. Diamanten dienen als sichtbarer Beweis für die Dauer liebevoller Beziehungen. Juwelen und Zeitmesser untermalen besonders im privaten Bereich Jahrtage mit festlichem Glanz. Als Jubiläumsgeschenke verleihen sie dem Ereignis Dauer und Wert. Jubiläen sind so gesehen für Schmuckmacher und Juweliere das Salz in der Suppe, die Rosinen im Kuchen der geschäftlichen Existenz.Dies gilt auch für eigene Jubiläen, die nicht selten mit Sonderserien
und limitierten Auflagen von Schmuck- oder Uhrenlinien gefeiert werden.Weil 2005 besonders viele Schmuckfirmen runde Jubiläen feiern, möchten
wir einige zu Wort kommen lassen. Wir wollen wissen, wie sie ihre
Jubiläen feiern, die Goldschmiede, Juweliere und Schmuckhersteller?
Was sie sich einfallen ließen für ihre runden Firmengeburtstage, für ihre Mitarbeiter und ihre Kunden.
BRILLANTRING AUS DER WERKSTATT TU EGO. |
Fünf Jahre: Tu Ego in Ulm
Zum fünfjährigen Bestehen freuen sich Stefan Motzke und Sebastian Seher mit Tu Ego über den gelungenen Start, bei dem ihr Konzept als niveauvolles Schmuckgeschäft in Ulm aufgegangen ist. Mit wenigen führenden Schmuckherstellern wie Henrich & Denzel, Monika Seitter und seit kurzem Carl Dau im Angebot sowie der eigenen Goldschmiede haben sie in einem extrem starken Wettbewerb das Vertrauen vieler anspruchsvoller Kunden gewonnen. Auch zukünftig möchten sich die Inhaber von Tu Ego weiter für jeden Kunden engagieren und seinen Wünschen Gehör schenken. „Die Herausforderung besteht darin, den Sinn zu schärfen, die Strömungen und Erfordernisse unserer Gegenwart und Zukunft zu erkennen und die gewonnenen Erkenntnisse in das Unternehmen einfließen zu lassen.“ Dies funktioniere nur, meinen die Goldschmiedemeister, wenn man sich selbst immer wieder in Frage stelle und reflektiere, um sich Schritt für Schritt zu verbessern. Sie möchten zudem ihren Mitarbeitern und Partnern durch Kontinuität und Treue eine Perspektive geben und ihrer
Verantwortung gegenüber dem Kulturgut Schmuck mit all seinen Formen,
Facetten und Ansprüchen gerecht werden. Wie feierte Tu Ego sein
Fünfjähriges? Stefan Motzke und Sebastian Seher: „Wir werden unser
Jubiläum nicht zum Grund nehmen, in Sachen Schmuck etwas Anlass
gebundenes zu entwerfen, zu offerieren oder Sondernachlässe auf
Schmuckstücke zu gewähren.“ Die Intention in solchen Aktionen
suggeriere doch immer eine Art Kaufzwang, meinen sie. Diesen möchten
sie ihren Gästen nicht aufbürden. Statt dessen luden sie ihre Kunden
und Freunde zu „Caveman“ ein. Im derzeit erfolgreichsten Solo-Stück des
Broadways erhielten ihre Gäste Einblick in das unendliche Drama
zwischen Mann und Frau. Der Schauspieler Martin Luding räsonierte
humorvoll über die Evolutionsgeschichte, als die Männer noch Jäger und
die Frauen noch Sammlerinnen waren. Die Jubiläumsfeier war amüsant,
realsatirisch, kurzweilig und unkonventionell und endete mit Gesprächen
über ein uraltes Thema bei Wein und anderen Köstlichkeiten.
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AUS DER WERKSTATT TU EGO.